Karate

Das japanische Wort Karate besteht aus den Begriffen "kara" = leer und "te" = Hand. Was übertragen so viel bedeutet wie: „kämpfen ohne Waffen“. Die Extremitäten werden als ständige Begleiter uns nie im Stich lassen und können auch nicht vergessen oder verloren gehen. So wurden die verschiedensten Körperteile zu „Waffen“ ausgebildet. Wenn es sein muss kann man mit diesen Waffen dann genau gezielten Schläge, Stöße und Tritte gegen empfindliche Körperstellen anbringen.

Im Training werden die Techniken zuerst gegen imaginäre Gegner geübt, die auch in einer festgelegten Bewegungsreihenfolge (Kata) zur Anwendung kommen. Es wird Präzision , Kraft, Schnelligkeit und Ausdruck geübt. Jede dieser Techniken werden dann in vorher abgesprochenen Formen mit Partner geübt. Äsethik und Bewegungsharmonie sind im Katatraining das herausragendste Merkmal, das vor allem Anfänger immer wieder fasziniert. Im Freikampf (Kumite), bei dem die Karatekas das Gelernte im direkten Kampf gegeneinander anwenden, wird unter Einsatz der jeweiligen Möglichkeiten ein Zweikampf durchgeführt. Dabei sind Regeln, Respekt  gegenüber dem Gegner und von Anfang bis Ende Freundschaft zu bewahren. Die Techniken werden überaus dynamisch und hart geschlagen, jedoch ohne Trefferwirkung vor dem Ziel gestoppt. Diese hohe Kunst der Selbstkontrolle ermöglicht es dem Karateka jederzeit sicher und respektvoll mit seinem Partner zu trainieren. Der Gegenüber ist nicht Feind, sondern Freund und „hilft“ beim lernen. Verletzungen sind deshalb kaum zu finden.

Einige Fakten dazu: 

An der Spitze in der Unfallhäufigkeit sind laut einer Erhebung in Schleswig Holstein die Mannschaftssportarten und die Kampfsportarten am niedrigsten betroffen.

 

Auf 1000 Unfallberichte ereigneten sich x Unfälle pro Sportart:

Basketball            33,0/1000

Handball               19,5/1000

Fußball                 15,5/1000

Volleyball              14,6/1000

Karate                   0,33/1000

Aikido                   0,11/1000

(aus Fritzsche, J.; Verletzungen in den Kampfkunstsystemen mit Schwerpunkt: Karate; für die B-Trainer Ausbildung)

 

Karate für Körper & Geist:

Karate wurde entwickelt, um den Körper gesund zu machen und zu erhalten. Der Selbstfindungsgedanke wird dabei ganz groß geschrieben.

Die im Karate vorkommenden Techniken sind der chinesischen Medizin entliehen. Im Training werden der Gleichgewichtssinn, die Sprungkraft und die Orientierung im Raum geschult. Karate ist ein hervorragendes Training für den ganzen Körper und fördert weitere physische Fähigkeiten wie: Gelenkigkeit, Distanzgefühl, Reaktion, Kraft und Ausdauer. Es werden aber auch psychische Eigenschaften verfeinert. Die Karateka bekommen eine Vorstellung was Sanftmut, Freundschaft, Respekt und (Selbst-)Disziplin ist.

Karate ist eine Lebensschule in der Charakterbildung und Selbsterfahrung über allem steht. Das geht so weit, das man kämpfen lernt, um nicht zu kämpfen.

 Das oberste Ziel ist nicht der Sieg gegen einen Gegner, sondern der Sieg gegen sich selbst zur Vervollkommnung seines Charakters!

 

Anti-Aggressivitäts-Training:

Man sollte den Kampfsport Karate klar von der Kunst Karate unterscheiden. Im Sport finden sich Wettkämpfe und dieses „messen“ am Gegenüber bedarf immer eines Verlierers und eines Siegers. Aber Karate hat noch mehr zu bieten!

Karate ist eine Kampfkunst die sich durch ihre geschichtliche Entwicklung und den japanischen Einfluß auf sie kennzeichnet und damit von anderen Kampfsportarten unterscheidet. Die Geschichte des Budo, des Kampfes ohne zu kämpfen, ist eine japanische Geschichte und nirgendwo sonst auf der Welt in dieser Form zu finden. Es wird versucht mit dem begehen des Weges (DO, Karate-Do) ein inneres Wachstum, eine Reife zu erreichen, die bis hin zur Erleuchtung führt. Dabei ist es gar nicht notwendig das Ziel zu erreichen, sondern allein das Suchen danach führt zur Selbsterforschung, zur Selbsterfahrung und letztendlich zur Selbstfindung.

Im Bujutsu finden sich im Gegensatz zum Budo, die heute versportlichten Fertigkeiten des Besiegen eines Gegners. Die höchste Kunst stellt aber nicht das erfolgreiche Kämpfen gegen jemanden dar, sondern am Ende ist der Sieg über sich selbst das alles entscheidende Kriterium von Erfolg und Misserfolg. Nicht Pokale oder vergängliche körperliche oder  technische Merkmale zeichnen einen guten Karateka aus, sondern Güte und ein wacher Geist.

So ist es leicht verständlich, dass ein solcher Kampfkünstler gar nicht aggressiv sein kann, ja sogar alles unternimmt um nicht kämpfen zu müssen, denn das Kämpfen würde ihn von seinem Ziel nur entfernen. So ist man sich selbst der stärkste Gegner für das Vorwärtskommen im Karate. Sich selbst zu besiegen nimmt einen höheren Stellenwert ein als das Besiegen eines Gegners.

Und so gibt es Ansätze, diese, über Jahrhunderte gewachsene Einstellung zu der Kampfkunst Karate, in einer modernen Form der Charakterschulung unterzubringen. Viele schlimme Härtefälle lassen sich noch mit einem solchen Anti-Aggressivitäts-Training im Karate auf  ihren Weg zurück bringen.

Jeder ist einen Versuch wert!

Karate ist eine Weiterbildung des Charakters im Schweiße des Trainings. Es ist kein Kampfsystem mit dem Ziel von Sieg und Niederlage, sondern ein Bestehen von geistigen und körperlichen Prüfungen.

Nach einem 6 monatigem Anti-Aggressivitäts-Training durch traditionelles Karate zeigte sich bei jugendlichen Straftätern eine messbare Aggressionsreduzierung.

(aus Wolters, J.; Kampfkunst als Therapie)

 

  

Für Groß & Klein:

Ziel des Karate ist es, die körperliche und geistige Fitness zu erhöhen. Da zusätzlich auch noch auf Trefferwirkung und „Kontakt“ beim Schlagen verzichtet wird, macht es Karate zu einer optimalen Sportart für unsere Kleinsten. Ab einem Alter von 5 Jahren besteht die Möglichkeit, am Training teilzunehmen. Die Kinder lernen dabei spielerisch neue Bewegungen kennen, sich zu konzentrieren und zu behaupten. Alleine, mit Partner und gegenüber der Gruppe wird den Kindern Rücksicht im Umgang mit ihren körperlichen Kräften, Verantwortung und Tradition näher gebracht.

Da Karate mehr als ein Sport ist, kann man es auch noch nach seiner Sturm- und Drangzeit, in der Jugend und nach dem Ende seiner Wettkampfkarriere betreiben. Ja es findet sich für Jung und Alt jeweils der passende Einstieg und die passende Befriedigung im Karate. Ob ein rein technischer Aspekt, die Philosophie, der Spaß am Vereinstraining und an gemeinsamen Unternehmungen, im Karate ist Platz für alle. So ist es nicht verwunderlich das gerade Ältere den Weg zum Karate finden und in ihm eine Erfüllung erfahren und Akzeptanz wie in kaum einer anderen Sportart. Alte und Junge, Anfänger und Fortgeschrittene, Männer und Frauen, alle trainieren harmonisch miteinander.

 

Friday the 22nd. Danke auch an die Programmierer von - Business Joomla Templates
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